Entlohnung nach Betriebszugehörigkeit – Ist Loyalität noch zeitgemäß?

In den meisten Tarifverträgen ist es normal das Mitarbeiter ab einer bestimmten Tarifgruppe im Entgelt durch Ihre Betriebszugehörigkeit steigen. Doch ist dies noch zeitgemäß, oder sollten wir diese Form der Entlohnung sogar noch weiter ausbauen?

EIN BEISPIEL – JAPAN

In Japan war es lange Zeit und ist es auch heute noch in traditionellen Unternehmen üblich, dass neue Mitarbeiter sich erst nach und nach an die Spitze arbeiten können. Durch langwierige Aus- und Fortbildungsprogramme, sowie höchstes Engagement arbeiten sich Mitarbeiter Schritt für Schritt nach oben und bessern so ihre Stellung und ihr

Successful business man sitting on money stairsGehalt auf. Beschreibend könnte man diese Form der Entlohnung als Bezahlung nach Loyalität bezeichnen. Oder ist dies etwa Mitarbeiterbindung in ihrer reinsten Form?

WERTE VERSTEHEN

Die Antwort sollte man im Wertesystem suchen. Die Arbeitskultur in Japan ist im Vergleich zu Deutschland durch ganz andere Werte geprägt. Arbeit scheint in Japan eine eigene Gesellschaftsform zu sein. Wenn man also zu dieser Gesellschaft im Unternehmen gehören möchte, muss man die eigene Zeit auch für diese Gesellschaft opfern und somit Loyalität zeigen. In Deutschland ist das anders. Loyalität ist zwar gewollt, doch nicht das höchste Gut in Unternehmen. Große Unternehmen besitzen schon seit Jahren klar formulierte Werte. So hat beispielsweise die Deutsche Bank die Werte: „Integrität„, „nachhaltige Leistung„, „Kundenorientierung„, „Innovation„, „Disziplin„, und „Partnerschaft“ für sich formuliert (siehe Deutsche Bank Webseite). Zwar könnte man aus den Werten interpretieren, dass das Unternehmen Mitarbeiter langfristig an Bord behalten möchte, jedoch werden Zeichen an anderen Stellen gesetzt.

WERTORIENTIERTE ENTLOHNUNG

Ich möchte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass die Entlohnung nach Betriebszugehörigkeit komplett über den Haufen geworfen werden sollte. Ein Unternehmen sollte vielmehr schauen: Worauf lege ich Wert? und demnach auch diese Werte formulieren. Im Anschluss ist zu schauen wie diese Werte in der täglichen Arbeit zum Ausdruck kommen. Anhand dieser Idealvorstellungen kann dann geschaut werden, welches Verhalten belohnt werden soll.

Kommen wir zurück auf die Entlohnung nach Betriebszugehörigkeit, kann man also folgendes Fazit ziehen. Besitzt ein Unternehmen die zentrale Wertvorstellung der Loyalität, und spiegelt sich diese in der Verweildauer im gleichen Unternehmen wider, so sollte Entlohnung auf Betriebszugehörigkeit basieren. Sind allerdings andere Werte wichtiger, wie zum Beispiel Freiheit am Arbeitsplatz, so sollte man eher auf zum Beispiel extravagante Sozialleistungen oder flexible Arbeitszeitmodelle setzen.

Quellen:

Werte bei der Deutschen Bank

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