Wie HR Gesundheit im Unternehmen wirklich fördert

Fast täglich lese ich Headlines und Anzeigen zum Thema Gesundheitsförderung. Das Thema Gesundheit und vor allem das Gesundheitsmanagement scheint in Unternehmen immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Ein effektives HRM beschäftigt sich mit der Performance der Mitarbeiter aber auch mit der Mitarbeiterumgebung, wie zum Beispiel der Organisationskultur, und Gesundheit spielt in beiden Bereichen eine sehr bedeutende Rolle. Doch welches Geheimnis steckt jetzt hinter einer niedrigen Krankenquote? –Bitte erwarten Sie jetzt keine Magie, manchmal sind es die kleinen Dinge die eine Unterscheid machen.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, lassen Sie mich ein wenig ausholen. Die Techniker Krankenkasse veröffentlicht jedes Jahr einen Gesundheitsreport, in dem die wichtigsten Daten zu krankheitsbedingten Ausfallzeiten in Statistiken zusammengefasst werden. Darüber hinaus geht die TK auf Fokusthemen ein und analysiert mögliche Probleme und Handlungsbedarfe. Der Gesundheitsreport 2014 enthält ein interessantes Detail. Auf Seite 33 findet der Leser eine Statistik über Rückenbeschwerden, sortiert nach Berufsgruppen. Wie zu erwarten, sind die Berufsgruppen im Bauhandwerk am häufigsten von Rückenproblemen betroffen, während geisteswissenschaftliche Berufe die geringste Anzahl an Ausfallzeiten durch Rückenleiden aufweisen. Bereits auf Platz 2 der höchsten Ausfallzeiten durch Rückenleiden befinden sich Erwerbs- und Arbeitslose, sogar wesentlich vor den Berufsgruppen der Agrarberufe und Verkehrs- & Lagerberufe. Kann man jetzt also den Schluss ziehen: Arbeitslosigkeit macht krank?

KRANK DURCH ARBEITSLOSIGKEIT

Die Autoren Damske et al. (2014) haben in einer Studie 122 Erwachsene auf ihren Stresslevel während der Arbeit und während ihrer Freizeit zu Hause untersucht. Dabei stellten sie fest, dass die Arbeit, vor allem wenn sie von Selbstbestimmung geprägt ist, weniger Stress bei Erwachsenen verursacht als die Freizeit im eigenen zu Hause. Arbeit die weniger von Monotonie als von Autonomie bestimmt ist kann also Glücklich machen und hält den Mitarbeiter gesünder.hangover cat

Wir wissen bereits dass Arbeit Sinn stiftet, die eigene Entwicklung fördert und ebenfalls eine Ressource für Wertschöpfung und Anerkennung darstellt. Und genau da kann ein effektives HRM ansetzen. Gesundheitsmanagement darf nicht nur reaktiv Probleme im Betrieb bekämpfen, sondern muss aktiv Gesundheit von Mitarbeitern fördern und fordern. Zusammengefasst bedeutet das: Die Arbeit an sich kann eine Quelle der Gesundheit darstellen.

WAS KANN HR TUN

Wirken Sie auf die Arbeitskultur ein. Die Arbeitskultur birgt ein großes Potenzial der Gesundheitsförderung. Förderung heißt in diesem Kontext die Gestaltung und die Abläufe der Arbeit anzupassen. Geben Sie den Mitarbeitern mehr Selbstbestimmung und Freiheit, um ihre Kreativität und Stärken einzusetzen. Fördern Sie nicht nur Selbstbestimmung, sondern fordern Sie ebenfalls Autonomie und Eigenverantwortung. Gesundheitsförderung heißt auch Gesundheitsforderung. Mitarbeiter müssen Entscheidungs- und Handlungsspielräume besitzen und diese auch wirklich nutzen.

Ein wirklich effektives Gesundheitsmanagement beschäftigt sich also nicht nur mit Krankheitsursachen und bekämpft diese, sondern wirkt aktiv auf die Arbeitskultur eines Unternehmens ein.

Lesen Sie auch:

Quellen:

Damske, S.; Smyth, J.M. & Zawadzki, M.J. (2014) ‚Has work replaced haven? Re-examining Arlie Hochschild’s Time Bind Proposition with Objective Stress Data. Social Science & Medicine 115(2014),pp. 130-138.

Techniker Krankenkasse (2014) ‚Gesundheitsreport 2014‘ 

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4 Gedanken zu “Wie HR Gesundheit im Unternehmen wirklich fördert

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