Hierarchische Grenzen aufweichen – Kommunikation und Unternehmenskultur fördern

Kennen Sie das? Sie wollen mit Ihrem Chef wichtige Dinge absprechen, doch er/sie befindet sich mal wieder in einem Meeting oder ist nicht zu sprechen. Sie haben Ideen zur Verbesserung oder Sie möchten einfach mal Ihre Meinung zum neuen Prozess preisgeben, aber finden keine Zeit sich Gehör zu verschaffen?

Auf der anderen Seite wundern sich viele Chefs, warum neue Veränderungen nicht so positiv aufgenommen werden, wie sie es eigentlich sollten. Oder aber viele Chefs wissen gar nicht, was die Mitarbeiter wirklich beschäftigt.

Sind Sie Chef? Und denken jetzt: „Nein bei mir passiert das nicht, ich bin immer über meine Mitarbeiter und die Arbeit informiert!“ Dann bitte ich Sie einmal darüber nachzudenken, wann Sie das letzte Mal ein wirklich tiefgehendes Gespräch mit Ihren Mitarbeitern zu Sorgen, Hoffnungen, oder zu Verbesserungsideen geführt haben.
Communication conceptIch denke Sie wissen was ich meine. Dabei ist eine ehrliche und konstruktive Kommunikation von der Basis nach oben, einer der Grundpfeiler einer guten Unternehmenskultur.

Hier also mein Vorschlag. Probieren Sie mal Management by Wandering Around (MBWA).

MANAGEMENT BY WANDERING AROUND IST EINE SCHLICHTE METHODE DER KOMMUNIKATION

(bereits seit 1970 viel diskutiert), die vor allem darauf abzielt eine informelle Zweiwege-Kommunikation (Top-Down und Bottom-Up) zwischen Führungskraft und Mitarbeitern zu etablieren. Idealerweise reserviert sich eine Führungskraft (je höher in der Hierarchie-Ebene desto besser) Zeit, um mit Mitarbeitern an der Basis vor Ort, also am Arbeitsplatz, über aktuelle Themen im Unternehmen, Prozesse, Verbesserungen, Ideen oder einfach über Sorgen und Hoffnungen zu sprechen. Dabei geht es weniger darum, dass die Führungskraft Informationen an die Belegschaft gibt, sondern aktiv Informationen von der Belegschaft aufgreift, und selber Veränderungen anstößt oder Hilfestellungen anbietet.

DER VORTEIL LIEGT AUF DER HAND: FÖRDERUNG DER UNTERNEHMENSKULTUR.

Viele Führungskräfte behaupten die eigene Unternehmenskultur ist sehr positiv und haben dies über Kennzahlen, wie zum Beispiel die Anzahl an Verbesserungsvorschlägen oder der Fluktuation gemessen, doch eine basisnahe authentische Kommunikation fehlt. MBWA setzt genau da an und  fördert eine Bottom-Up Kommunikation. Durch eine regelmäßiges MBWA hat die Führungskraft die Möglichkeit Vertrauen aufzubauen, sowie eine echte Verbindung zu Mitarbeitern herzustellen (Bell, 2000, p. 42). MBWA verbessert also den Zusammenhalt im Unternehmen und führt die Hierarchieebenen enger zusammen. Wenn ein Top-Manager sich mit der Basis regelmäßig austauscht, dann kann dies von dem jeweiligen Mitarbeiter sogar als Anerkennung angesehen werden (sofern der jeweilige Mitarbeiter den Besuch positiv wahrnimmt).manager and older worker talking  in warhouse

WENN FÜHRUNGSKRÄFTE MBWA WIRKLICH EFFEKTIVE EINSETZEN WOLLEN …

… dann sollten sie sich auch Zeit nehmen im Anschluss angesprochene Themen zu bearbeiten und Dinge zu verändern. Wenn schließlich ein Mitarbeiter sein Herz ausschüttet und danach keine Veränderung eintritt, kann MBWA sehr schnell an Bedeutung verlieren und eine ehrliche Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter schwächen. Auch sollte aufgepasst werden, dass MBWA nicht als Spionage am Mitarbeiter genutzt wird. Folgen zum Beispiel auf ein persönliches Gespräch negative Konsequenzen, wird die Nachhaltigkeit einer positiven Kommunikation geschädigt.

Der Beste Zeitpunkt MBWA zu nutzen, befindet sich nach einem Change Prozess. Strategisch gesehen ist MBWA am effektivsten, wenn es nach größeren Veränderungen stattfindet und dadurch die Führungskraft sein/ihr Ohr an der Basis hält. So besteht für die Führungskraft auch die Möglichkeit negative Entwicklungen frühzeitig entgegen zu steuern und positive Themen noch weiter zu fördern.

HR ALS PARTNER IM UNTERNEHMEN SOLLTE DER FÜHRUNGSRIEGE ALSO MBWA EINMAL NÄHER BRINGEN.

Eine sehr gute Führungskraft ist stark in der Kommunikation. MBWA kann daher auch als Entwicklungstool genutzt werden, neue Führungskräfte schneller an die Themen der Belegschaft heranzubringen und selber zu erleben, wie innerhalb des Unternehmens miteinander kommuniziert wird und wie die Mitarbeiter wirklich ticken. Ich selber finde es sehr wertvoll morgens oder am nachmittig mit Mitarbeitern über verschiedene Themen zu sprechen, auch wenn diese Themen nicht immer zu aktuellen Ereignissen passen. Vertrauen und eine ehrliche Kommunikation gehört nun mal zu den Grundbausteinen einer positiven Unternehmenskultur.

Quellen:

Bell, C. R. (2000) ‚Managing by Wandering Around.‘ Journal for Quality & Participation, 23(5), pp. 42-44, Academic Search Complete[Online].

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