Zukunft von HR – Wir brauchen Crowdworking Scouts

Gibt es eine Zukunft für HR und wie sieht diese eigentlich aus? Skeptiker könnten sagen, dass HR sich selber outsourced oder sich in Zukunft in eine andere Funktion transformiert. Im Aufruf zur Blogparade vom Human Resources Manager unter dem Thema #ZukunftHR werden unter anderen genau diese Zukunftsszenarien für HR beschrieben. Ein aktueller Trend mit großem Potenzial für zukünftigen Einfluss auf die HR Landschaft zeichnet sich zum Beispiel im Crowdworking ab. Arbeiten, die sich komplett über virtuelle Plattformen abwickeln lassen, können an externe Personen oder Dienstleister vergeben werden, und lassen sich so kostengünstiger und flexibler erledigen. Der Personaler von morgen als strategischer Partner im Unternehmen zeichnet damit Verantwortlich für die Stammbelegschaft und ist Schnittstelle zum globalen virtuellen Arbeitskräftemarkt.

Sogenannte Crowdworker bzw. Cloudworker, also Personen welche ihre Arbeitskraft im Internet über Plattformen wie zum Beispiel Freelancer.com anbieten, können aus allen Ländern der Erde stammen, vorausgesetzt sie haben Zugang zum Internet. Dabei bieten diese zu einem bestimmten Preis ihre Arbeitskraft an und erledigen in der Regel vordefinierte Aufgaben, analog der Werk- oder Dienstverträge in Deutschland. Mit der Möglichkeit für Unternehmen Arbeitskräfte aus allen Ländern zu nutzen, entstehen Chancen, dem regional bedingten Fachkräftemangel entgegen zu wirken, Personalkosten zu reduzieren und flexibler auf sich verändernden Marktsituationen zu reagieren. Demgegenüber stehen Nachteile, wie Imageprobleme von Crowdworking/Cloudworking (Siehe z.B. Peter Paechnatz von ver.de auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=mven2vyoxoM), dem Risiko von Wissensabfluss und der höheren Intransparenz. Crowdworking ist ein Treiber für die Unabhängigkeit der Unternehmen zu eigenen festen Mitarbeitern, was wiederum in das Kerngeschäft von HR eingreift. HR steht also vor der Herausforderung dieser Transformation gerecht zu werden und sich wiedermal neu zu erfinden. Sollte der Trend zum vermehrten Einsatz von Crowdworking weitergehen, so sehe ich für HR neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten am Horizont aufziehen:

Schnittstellenfunktion als Crowdworking Scout

Auf der einen Seite wird diskutiert „Human Resources“ besser als „Human Relations“ also dem Management von menschlichen Beziehungen umzutaufen, auf der anderen Seite geht es beim Crowdworker um die reine Arbeitsleistung ungeachtet der menschlicher Beziehungen. Demnach hat HR zukünftig die Verantwortung, auf dem globalen virtuellen „Arbeitskräfte“-Markt für das Unternehmen präsent zu sein, um Just-in Time externe Arbeitskräfte zur Verfügung stellen zu können, welche für Projekte oder interne Aufgaben benötigt werden.

Somit ist HR direkt an der Wertschöpfung im Unternehmen beteiligt, und kann durch cleveres Agieren am globalen und virtuellen „Arbeitskräfte“-Markt Kosten und Risiken senken.

Externe Schnittstellen

Als Konsequenz besteht für das Personalwesen die Aufgabe als Schnittstelle auf diesem Arbeitskräfte-Markt zu fungieren, in dem es die Systeme und Rahmenbedingungen kennt. Dazu gehören sich zum Beispiel Know-How über Plattformen, auf denen Crowdwork angeboten wird, anzueignen, aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Gepflogenheiten zu kennen. So muss zum Beispiel klar sein, dass Vertraulichkeitsklauseln zu einer Erhöhung des Dienstleistungspreises führen können, oder dass Bewertungssysteme über Crowdworker in den einzelnen Plattformen unterschiedlich gestaltet sind. Es besteht sonst das Risiko, dass die Erwartungshaltung an die Erledigung einer Aufgabe nicht dem entspricht, was der Crowdworker wirklich leisten kann. Außerdem heißt das meiner Meinung nach auch, dass HR globaler und virtueller aufgestellt sein muss, um effektiv im Crowdworking Markt agieren zu können.

Interne Schnittstellen

HR hat darüber hinaus im eigenen Unternehmen die Aufgabe effektive, aber sichere Prozesse zu schaffen, um beispielsweise das Risiko von Wissensabfluss zu minimieren. Einerseits heißt es dann Prozesse so zu gestalten, dass schnell die Arbeitskraft gefunden werden kann, welche genau für die anstehende Aufgabe benötigt wird, andererseits sollten die Prozesse eine hohe Qualität beim Sourcing von Crowdworkern gewährleisten. Beispielsweise wäre es notwendig zu verhindern, zweimal den gleichen unzuverlässigen Crowdworker zu engagieren.

Darüber hinaus scheint es sehr wichtig, die Stammmitarbeiter im Unternehmen zum Umgang mit globalen und virtuellen Crowdworkern zu befähigen. Konkret besteht für die Personalentwicklung die Aufgabe, Kernkompetenzen der Mitarbeiter so zu entwickeln, dass sie in der Lage sind die globale und virtuelle Zusammenarbeit zu organisieren und die Vielfalt an externalisierten Aufgaben effektiv zu managen.

Zusammenfassend ist also zu festzustellen, der Trend zu virtuellem und globalem Crowdworking verändert die HR Funktion. Wir brauchen Crowdworking Scouts in der Personalabteilung, um die Chancen der Personalkostenreduzierung und Arbeitskräfteflexibilität zu nutzen.

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4 Gedanken zu “Zukunft von HR – Wir brauchen Crowdworking Scouts

  1. Kathrin Justen schreibt:

    Hallo Herr Stark,

    Ihre Idee der Crowdworking Scouts ist ein spannender Aspekt zur Zukunft von HR. Wir freuen uns, dass Sie bei der Blogparade mitmachen.

    Viele Grüße
    Kathrin Justen, Redaktion Human Resources Manager

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